Wie mächtig ist das Unbewusste?

shutterstock_57354376 (Small)Das Unbewusste (das Unterbewusstsein, die Überzeugung, der Glaube, die Vorstellung, die Einbildung) ist jener Bereich, der dem bewussten Teil der Psyche nicht direkt zugänglich ist. Es lässt sich nicht bewusst kontrollieren oder steuern.

 

Wie funktioniert das Unbewusste?

Pro Sekunde wirken auf das menschliche System ca. 11 Mio Reize (Informationseinheiten). Nur ca. 40 davon werden vom Bewusstsein wahrgenommen bzw. verarbeitet. Der Rest wird im Unbewussten gespeichert.

Alle Gedanken, Erinnerungen, Werte, Glaubenssätze, Glaubensmuster, Emotionsmuster, Verhaltensmuster, Gewohnheiten, Ängste, Triebe, usw. sind im Unbewussten gespeichert und gefiltert. Seine Kapazität ist unbegrenzt.

Vergangene Annahmen von Sigmund Freud, bezüglich des Größenverhältnisses vom Bewusstsein zum Unterbewusstsein, wurden auf ca. 10% zu etwa 90% geschätzt. Albert Einstein war mir seiner Annahme von ca. 5% zu etwa 95% schon etwas kritischer. Heutzutage haben wissenschaftliche Forschungen (Stammzellenforschung, usw.) bereits mehrfach bestätigt, dass unsere bewussten Prozesse sogar weniger als 2 % ausmachen. Bildhaft dargestellt könnte man sagen, das Bewusstsein zu unserem Unterbewusstsein verhält sich so, wie eine Fliege zu einem Elefanten.

Die Reinkarnationstheorie wiederum geht davon aus, dass jede einzelne Erinnerung und Erfahrung auch aus vorherigen Leben im Unbewusstsen gespeichert ist. Wohingegen die Schöpfungstheorie annimmt, das ALLES was existiert, in mentaler oder energetischer Form, in jedem bewussten Lebewesen vorhanden ist.

 

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten hat das Unbewusste?

  • Das UB ist ein unbegrenzter Informationsspeicher und funktioniert als Einheit bzw. als großes Ganzes.
  • Das UB ist verantwortlich für die Aufnahme, Filterung und Weiterleitung aller Sinneseindrücke an das Bewusste. Es kommuniziert mit dem Bewusstsein.
  • Das UB erzeugt, speichert, verteilt und überträgt „Lebens-Energie“.
  • Das UB steuert und erhält die Körperfunktionen. Es reagiert auf Gefahren und kennt den Körper ganz genau.
  • Das UB speichert und organisiert Erinnerungen.
  • Das UB erzeugt, verarbeitet und steuert Emotionen.
  • Teile des UB fungieren als eine Art Schutzfunktion.
  • Das UB verarbeitet Informationen wortwörtlich und persönlich.
  • Das UB befolgt Anweisungen und Befehle.
  • Für das UB spielt Zeit eine untergeornete Rolle (verzerrte Zeitwahrnehmung).

 

Was heißt das für die menschliche Entwicklung?

Schon im Mutterleib reagiert der Fötus auf die Wahrnehmungen der Mutter und ihrem Umfeld. Hier werden die ersten Eindrücke gesammelt, verarbeitet und verwaltet. Jeder Erfahrung ordnet das Unbewusste eine bestimmte Reaktion oder ein emotionales Programm oder Muster zu.

Bis zum Alter von etwa vier Jahren befindet sich der junge Mensch vorwiegend in einer Art Hypnose und ist so zu sagen wie ein Buch mit leeren Seiten. Somit haben sich die meisten Glaubens-, Emotions- und Verhaltensmuster tief im Unbewusstsen verankert. Ab diesem Zeitpunkt wird es schon schwieriger auf diese Muster einzuwirken, da der „kritische Teil“ unseres Bewusstseins oder auch „das Ego“, ein vom Verstand erfundenes „falsches Selbst“, immer stärker wird.

Obwohl einige wissenschaftliche Meinungen davon ausgehen, dass das Verhalten des Menschen nur schwer bis gar nicht veränderbar ist, ist das aus der Sichtweise der Hypnose  nicht richtig. Man geht davon aus, dass der Mensch zu jedem Zeitpunkt seines Lebens die Möglichkeit hat die Sichtweisen bezüglich seiner persönlichen Art und Weise des Denkens, Empfindens oder Handelns zu verändern. Wichtig dafür allerdings ist, dass der Mensch sich diesbezüglich bewusst wird. Sehr viele unserer Werte, Meinungen, Moralvorstellungen, Emotionen, usw. sind tief im Unbewussten verwurzelt und werden somit für den Menschen Realität oder Gewohnheit. Oft sind diese Muster aber nicht „richtig“, sondern eine Fehlprogrammierung oder Falschannahme, welche sehr oft zu Destruktivität und Negativität führen.

Hier ein paar Beispiele solcher „einschränkenden“ Glaubenssätze:

  • „Das Leben ist kein Zuckerschlecken.“
  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Ich darf nicht glücklich sein.“
  • „Ich bin nicht schön.“
  • „Ich bin ein Versager.“
  • „Ich muss funktionieren.“
  • „Ich muss stark sein.“
  • „Ich darf keine Schwächen zeigen.“
  • „Ich finde nie den richtigen Partner.“
  • „Ich muss hart arbeiten um geliebt zu werden.“
  • „Gott ist böse.“
  • „Frauen können nicht einparken.“
  • „Männer können nicht zuhören.“
  • und so weiter…